Auch in diesem Jahr gleichen wir unsere unvermeidbaren CO₂-Emissionen über ein CarboCert-Zertifikat aus. Damit fördern wir den Humusaufbau bei regionalen Landwirten. Das Zertifikat wurde uns auf dem Bioenergiehof in Fidazhofen überreicht. Dort hat uns Norbert Marschall gezeigt, wie viel Energiewende in einem Bauernhof stecken kann.
Wo wir auf dem Foto stehen, liegt im Moment noch Schotter. Bald steht hier ein Stromspeicher mit 1,25 MWh. Das hat uns Norbert Marschall gleich zur Begrüßung erzählt, und so ging es auf seinem Bioenergiehof in Fidazhofen den ganzen Besuch über weiter, fast überall wird etwas Neues gebaut.
Mit dem CarboCert-Zertifikat gleichen wir 82 Tonnen CO₂ aus unserem Jahr 2025 aus und fördern Landwirte wie Norbert Marschall, die ihre Flächen regenerativ bewirtschaften und so Humus aufbauen. Wolfgang Abler, Geschäftsführer von CarboCert, hat uns wie in den vergangenen Jahren begleitet.
Vom Kuhstall zur Biogasanlage
Seit 2005 hat der Hof eine eigene Biogasanlage. 2009 gab Marschall die Rinderhaltung auf und baute die Anlage zu einem eigenen Standbein aus. Sie läuft mit Gras- und Maissilage und mit Futter, das Nachbarbetriebe übrig haben. Einen Teil des Grases mäht er auf eigenen Wiesen, einen anderen auf Flächen, die er für die Stadt Ravensburg pflegt. Mit 415 kW elektrischer Leistung erzeugt die Anlage Strom und Wärme. Elf Häuser in der Nachbarschaft werden über ein Nahwärmenetz von ihr beheizt.
Seit drei Jahren baut Norbert Marschall auf seinen Flächen auch gezielt Humus auf. Im trockenen Sommer hat sich das ausgezahlt: Er konnte Mais an andere Betriebe abgeben, deren Felder in der Trockenheit nicht genug Futter hergegeben hatten. Denn Humus speichert besonders gut Wasser und steigert die Fruchtbarkeit der Böden.
Als Nächstes: Agri-PV und Stromspeicher
Das nächste Projekt wird noch in diesem Herbst gebaut: eine Agri-PV-Anlage mit 1 MW Spitzenleistung. Die Module stehen in Reihen mit 9 Metern Abstand. Sie drehen sich mit der Sonne und lassen sich auch senkrecht stellen. Dazwischen kann man die Fläche also weiter mit Maschinen bewirtschaften. Gebaut wird auf einer Fläche, die regelmäßig überflutet wird und deshalb kaum Ertrag bringt. Dort, wo die Ernte bisher oft verloren ging, wird künftig Strom erzeugt. Den Strom nimmt dann der neue Speicher auf, der zusätzlich das Netz stabilisieren kann.
Unser zweites Projekt: Kochöfen in Uganda
Unseren CO₂-Fußabdruck erfassen wir zusammen mit First Climate. Über First Climate unterstützen wir außerdem ein Projekt für bessere Kochöfen in der Region Kampala in Uganda, für 2025 mit 140 Tonnen CO₂e. Die effizienten Metallkochherde brauchen 35 bis 50 Prozent weniger Brennstoff als offene Feuerstellen. Mehr als 600.000 Haushalte haben schon einen bekommen. Damit unterstützen wir auch Klimaschutz im Globalen Süden, wie es die Allianz für Entwicklung und Klima vorsieht. Dort sind wir seit vielen Jahren Mitglied.

