Verantwortungsvoll Handeln

Gemeinsam gestaltete Weihnachtsgeschenke für unsere Kunden

Die Kreativität der Kinder der GWS ist immer wieder beeindruckend. Hier haben sie uns mit liebevoll getalteten Lavendel-Duftsäckchen überrascht.

Weihnachtsgeschenke für unsere Kunden
Nikolausaktion bei der Gustav-Werner-Schule
Weihnachtskarten Gustav-Werner-Schule
Besuch bei der Gustav-Werner-Schule
Interview mit Dr. Martina Burgetsmeier und Andreas Lux

Sie arbeiten mit der Gustav-Werner-Schule zusammen. Wie sieht diese Zusammenarbeit aus?

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Interview mit Ulrich Fischer, Schulleiter der Gustav-Werner-Schule

Herr Fischer, was ist eigentlich eine „Behinderung“?

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eXXcellent solutions spendet für Kinder

Wem es gut geht, der sollte etwas abgeben...

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Die Unterstützung der Kinder der Gustav-Werner-Schule ist für uns verantwortungsvolles Handeln.

Andreas Lux - Principal Project Manager, Prokurist

Herr Fischer, was ist eigentlich eine „Behinderung“?

Uli Fischer: Der Begriff „Behinderung“ ist ein viel diskutierter und immer wieder heftig umstrittener Begriff. Er möchte wohl Aspekte zusammenfassen, die beitragen, dass sich ein Mensch nicht so „unbehindert“ entwickeln kann, wie er gerne möchte. „Behinderung‘“ beschreibt also einen auf Dauer angelegten Zustand (im Gegensatz zum Begriff „Schädigung“), der einen Menschen „behindert“ in der regulären Entwicklung: und diese Behinderungen liegen begründet im Menschen selbst als auch immer in der ihn umgebenden Gesellschaft. Wenn ein Mensch z. B. nicht so denkt, wie die quantitative Mehrheit, dann kann er z. B. nicht mit den sonst üblichen Unterrichtsformen gut beschult werden. Die Behinderung liegt also zunächst im Nicht-Vorhandensein von für diesen Menschen nötige Beschulungsformen / Differenzierungsformen im Rahmen der allgemeinen Schule; ganz einfach gesehen kann ein Mensch, der z. B. auf einen Rollstuhl angewiesen ist, nicht in einer Schule beschult werden, in der sein Klassenzimmer im 3. Stock ist – ohne Aufzug; oder ein Mensch kann nicht in einer Klasse mit 28 Schülern unterrichtet werden, in der alle immer genau zur gleichen Zeit genau das gleiche tun sollen.

Die Barrieren behindern also diese Menschen – und diese Menschen „behindern“ die anderen, z. B. die Stadtplaner, weil Sie „Barrierefreiheit“ in der Stadtplanung einfordern – oder weil sie eine dringende Weiterentwicklung des Schulsystems in Richtung mehr Integration wünschen. „Behinderung“ ist also immer ein gegenseitiger Prozess; und: jeder Mensch ist behindert – abhängig von der Anforderung, die man an ihn stellt. Letztendlich ist behindert auch der, der sich mutlos in seine eigene Welt zurückzieht und sich nicht getraut, mit unterschiedlichsten Menschen Erfahrungen zu machen. Ängste machen intolerant – und die Intoleranz ist wohl eine sehr intensive „Behinderung“.

„Geistige Behinderung“ – dieser Begriff ist aktuell kaum mehr sinnvoll zu gebrauchen, weil der Aussagewert gegen Null geht. Die Menschen, die mit diesem Begriff belegt werden, sind so vielfältig und unterschiedlich, dass bei keinem der „Geist oder die Seele“ behindert ist, sondern eher das Lernen schwierig ist. Menschen mit geistiger Behinderung wollen demnach lieber als „Menschen mit Lernschwierigkeiten“ bezeichnet werden. Zentral ist dabei in jedem Fall: der Mensch steht immer an erster Stelle!

„Selbstverwirklichung in sozialer Integration“ ist als Ziel im Bildungsplan der Schule verankert. Was wollen Sie damit ausdrücken?

Uli Fischer: „Die Leistung der Schule sei Bildung ...“ sagt Hartmut von Hentig in den Vorbemerkungen zu den neuen Bildungsplänen. Bildung zielt darauf ab, Kinder zu ihrem einzigartigen Weg zu ermutigen und zu bestärken; „Selbstverwirklichung“ heißt also in diesem Zusammenhang, dass jeder Mensch seine vorhandenen einmaligen „Schätze“ wirklich werden lassen kann und dass diese Schätze „wirken“ können – und wenn sie denn noch offensichtlich der Gemeinschaft dienen und auch so wertgeschätzt werden, dann scheint die „soziale Integration“, also Teilhabe an der Gemeinschaft gelungen!

Wie funktioniert das in der Praxis?

Uli Fischer: Der beste Lernort für unsere Schülerinnen und Schüler ist immer außerhalb der Schule – genau dort, wo das zu Lernende auch angewandt werden soll. Kein Mensch lernt für ein Leben in der Schule – sondern für das Leben nach der Schule und immer auch: für das Leben jetzt hier und heute. Jeder Schüler hat bei uns etwas zu sagen – egal ob er in der 1. oder 12. Klasse ist: er ist „wirklich“ da und sucht auch die Gemeinschaft.

Konkret heißt das für uns, dass wir mit unseren Kleinklassen die Wirklichkeit aufsuchen und daran und darin lernen: angefangen von unserem Unterricht in den Außenklassen (Klassen unserer Schule kooperieren mit Grundschulklassen vor Ort) bis hin zu den intensiven Praktika unserer Schulabgänger in Betrieben und Einrichtungen, suchen wir Orte auf, in denen das Zusammensein ganz natürlich geübt werden kann: beim Einkaufen, beim Hallenbadbesuch, bei Bibliotheks- und Museumsbesuchen, bei der Teilnahme an vielfältigen Veranstaltungen des öffentlichen Lebens – oder auch: in dem wir mit unserem Pizza-Mobil in der Fußgängerzone Pizza verkaufen oder auf Kunstmärkten unsere Kunst-Schätze anbieten. Gern gesehen sind auch Kunst-Ausstellungen, die wir durchführen und so eine breite Öffentlichkeit ansprechen können. 

Unsere gemeinsamen Erfahrungen mit Ihnen sind natürlich „exxcellent solutions“, beinhalten beste Beispiele für gelingendes Zusammenspiel zwischen Ihren und unseren „solutions“: Lernerfahrungen werden intensiv auf beiden Seiten gemacht und fördern so die nachhaltige Entwicklung beider Systeme.

Wenn ein Unternehmen Sie unterstützen möchte, welche Formen der Zusammenarbeit können Sie sich vorstellen?

Uli Fischer: Grundlage ist immer eine positive Neugier und Interesse an bemerkenswerten und eben oft unbekannten Persönlichkeiten: unsere Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung und Lernschwierigkeiten. Oft wird gesellschaftlich verantwortlich gesehen und wahrgenommen, dass diese Menschen mit besonderen zusätzlichen Hindernissen ihr Leben meistern müssen – und hier setzt dann auch die Möglichkeit des einzelnen an.

1. Unternehmen bieten unseren Schülerinnen und Schülern Praktika-Plätze an; reale Arbeitserfahrungen außerhalb des „Schonraumes“ Schule oder einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. In den Unternehmen gibt es dann z. B. „Mentoren“, die sich besonders um unsere Schüler kümmern und sie unterstützen und ermutigen.

2. Unternehmen planen mit uns gemeinsam Projekte, die zu ihrem sonstigen Wirkungskreis gehören. Beispiel: ein renommierter Ulmer Friseursalon bietet ein Praktikum für eine Schülerin an, dem schließt sich die Einladung zu einem Beauty-Vormittag an. Zusammen mit einem bekannten Ulmer Fotostudio werden Profi-Fotos von diesem Event geschossen und das Grafikbüro des Friseursalons erklärt sich spontan bereit, die Fotos grafisch in einen Kalender einzuarbeiten. Nun suchen wir noch eine Druckerei, die genauso begeistert sind vom Projekt, wie die bisherigen; und am Ende soll ein wunderschöner Kalender stehen; fantastisch, oder?

3. Unternehmen nehmen mit uns Kontakt auf und lassen sich unsere Projektliste erklären: Vorhaben und Unternehmungen im Rahmen unserer Schulentwicklung. Dort wird sich immer etwas finden, dass neugierig macht und zum Handeln motiviert. Solche Projekte sind zum Beispiel gezielter Ausbau der Ausstattung des Bereiches „Unterstützte Kommunikation“, bei dem Schüler in ihrer Sprache unterstützt werden; dadurch wird ihnen eine „soziale Integration“ erleichtert und stärkt die seelische Entwicklung; oder Fahrzeuge für den Freizeitbereich für die Klassen der Grundstufe; oder Unterstützung in der Ausstattung unserer Schule mit zeitgemäß vernetzten Rechnern und Druckern. Zur Zeit suchen wir auch eine Trainingswohnung für unsere Klassen 10-12, bei denen das Thema „Wohnen“ und Übungen zum „Betreuten Wohnen“ angeboten werden sollen. Also: eine kleine Wohnung mitten in der Stadt – ganz im Zentrum, vielleicht sogar in der „Neuen Mitte“ – dann wäre die „soziale Integration“ schon ein großes Stück weiter gekommen!

4. Unternehmen unterstützen uns durch eine Spende an unseren schulischen Förderverein: finanziell oder auch durch entsprechende Sachspenden (wir bekommen z. B. den Diesel für unseren Schulbus von einer bekannten Tankstelle gesponsert).

5. Am Besten wird immer das informelle Gespräch sein: auf das wir uns als Schule immer sehr freuen; denn dadurch erfahren wir, dass unsere Schule wahr genommen und geschätzt wird; und das tut uns allen natürlich auch gut!

6. Ganz im Sinne von John F. Kennedy.

Einen Vorsprung im Leben hat, wer da anpackt, wo die anderen reden.

John F. Kennedy

Sie arbeiten mit der Gustav-Werner-Schule zusammen.

Wie sieht diese Zusammenarbeit aus?

Martina Burgetsmeier: Wir beziehen die Schülerinnen und Schüler beispielsweise in unsere Events ein. Für unsere Einweihungsfeier unseres neuen Büros haben sie beispielsweise Lose für eine Tombola gebastelt und dort auch selbst verkauft.

Andreas Lux: Ein anderes Beispiel sind die Weihnachtskarten, die wir verschicken. Sie werden von Schülerinnen und Schülern der Schule gemalt.

Warum unterstützen Sie die Gustav-Werner-Schule?

Andreas Lux: In unserem Credo steht der Mensch im Mittelpunkt. Wir gestalten die Beziehungen zwischen uns und unseren Mitarbeitern wie Kunden offen und respektvoll. Diese Grundwerte wollten wir auch in unserem Engagement leben.

Martina Burgetsmeier: Dabei ging es uns darum, der Gesellschaft etwas von unserem Erfolg zurückzugeben. Wäre uns Publicity wichtiger gewesen, dann hätten wir uns sicherlich im Kultur- oder Sportsponsoring engagieren müssen. Darum ging es aber nicht.

Welche konkreten Ziele verfolgen Sie mit dem Engagement?

Andreas Lux: Sowohl in unserer Zusammenarbeit wie auch durch die finanzielle Unterstützung wollen wir dazu beitragen, dass die Schülerinnen und Schüler der Schule stärker am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Zugleich wollen wir den Kindern die ihnen zustehende Anerkennung zollen.

Martina Burgetsmeier: Wichtig war uns, dass wir gezielt eine regionale Organisation fördern, für die jeder Euro eine dringend benötigte und sichtbare Hilfe ist. Wir haben uns damit bewusst dazu entschieden, weder die Global Player der Spendensammler zu unterstützen, noch unsere Mittel mit der Gießkanne zu verteilen.

Andreas Lux: Und wir wollen natürlich auch andere Unternehmen ermuntern, sich ebenfalls gesellschaftlich zu engagieren. Hier freuen wir uns auf Nachahmer!

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Mit dem Deutschlandstipendium fördern wir herausragende Studenten.

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